GEFÜHLTER RAUM JANUAR 2025
Ausstellung im alten Gefängnis Freising. Konzeptionelle künstlerische Gestaltung von Räumen zu den Gefühlsspektren Aufbruch|Hoffnung, Trauer, Wut, Licht|Sehnsucht. Verschiedene Kunstformen wie Malerei, Fotografie, Lyrik, Installation und Video einen Dialog ein und sprechen als Gesamtkomposition eine Einladung zum Fühlen aus.
Dabei wird das Fühlen und die Frage, welchen Raum wir diesem als Individuum aber auch als Gesellschaft geben bzw. nicht geben im künstlerischen Ausdruck übersetzt und so kreativ verhandelt. Zeit und Raum zum Fühlen sind oft auch an Ressourcen gebunden, die nicht für alle Menschen geichermassen zugänglich sind. Wir alle sollten genug Zeit und Raum haben, um in uns zu spüren, um in Ruhe loslassen zu können, um uns zu sortieren, um Neues zu wagen.
DIE RÄUME
Mit “A thosand tears | Tausend Tränen” öffnet sich der Raum für Tränen, Schmerz, Trauer, Heilung. In einem zweiten Raum begegnen wir Wut und ihrer innewohnenden Kraft. Spüren im dritten Raum innerem Leuchten, Licht und Sehnsucht nach.
Der Gang ist Zwischenraum für Hoffnung, Aufbruch, Wandel.
Besucher*innen waren eingeladen den Weg von Tränen über Wut ins Licht zu gehen oder sich ihre ganz eigene Reihenfolge zu erschliessen.
A THOUSAND TEARS | TAUSEND TRÄNEN
Wann hast du das letzte Mal geweint?
Wir weinen aus Ergriffenheit, vor Rührung. Weil wir von etwas intensiv berührt sind. Wir weinen, wenn die Schönheit und Vollkommenheit des Augenblicks und vereinnahmt.
Wir weinen, wenn ein Mensch die Erde betritt. Wir weinen, wenn ein Mensch die Erde verlässt. Wir weinen aus Schmerz, Wut und Verzweiflung. Wir weinen aus Angst, Ohnmacht und Fassungslosigkeit.
Tränen lassen Gefühle aus uns fliessen und helfen uns loszulassen.
Wir brauchen Zeit um nachzuspüren, unseren Tränen und den Gefühlen dahinter, der Schönheit und dem Schrecken, der Erhabenheit und dem Abgrund Raum geben zu können. Raum und Zeit zu fühlen. Gefühlen nachzuspüren, um sie loslassen zu können. Tränen fliessen lassen, um selbst weiter zu fliessen.
Wie viel Raum geben wir unserer Trauer?
Welchen Platz hat Trauer in unserer Gesellschaft?
Wie viel Zeit und Raum geben wir Menschen mit Verlust umzugehen?
Wie gehen wir mit Krankheit um?
Dürfen wir schwach sein?
Dürfen wir einfach nur sein, ohne zu leisten?
Wer bestimmt, was Leistung ist?
Wie viel Zeit und Raum geben wir dem Anfang, dem Ende?
Wie viel Zeit und Raum geben wir der Fürsorge für andere?
Wie würde sich eine Gesellschaft gestalten, die Raum und Zeit für Fürsorge in ihr Zentrum stellt?
Die uns erlaubt uns ausreichend Zeit zu nehmen zum ins Leben bringen, zum Begleiten, zum Genesen, zum Pflegen, zum Innehalten, zum Verabschieden?
Fürsorgetränen
Hebammenmangel
Pflegekräftemangel
Erzieher*innenmangel
Lehrer*innenmangel
Betreuungsplätzemangel
Inklusionsmangel
Zeitmangel
Leichtigkeitsmangel
Vereinbarkeitsmangel
Frauenhausmangel
Therapieplatzmangel
Wohnraummangel
Altersarmutvonfrauenverhindernmangel
Zeitfürunbezahltearbeitcarefürsorgemangel
Zeitfürsmiteinandermangel
Anerkennungvonfürsorgearbeitsmangel
Teilzeitgehaltreichtnichtfürdiemietemangel
Gewaltfreiegeburtenmangel
Gewaltfreiheitsmangel
To be continued…
WUT | OHNMACHT | MACHT | KRAFT | AUFBRUCH
Wut und Erschöpfung
Wut und Ohnmacht
Wut und Traurigkeit
Wut und Schöpfer*innenkraft
Wut als Katalysator
Wut als Ermächtigung
Wut und ihr Potenzial abhängig von Biographien, strukturellen Rahmenbedingungen, sozialen wie finanziellen Ressourcen und individuellen Vulnerabilitäten.
HOFFNUNG | AUFBRUCH | WANDEL
Zwischenraum
ROOTS OF LIGHT | MEINE SEHNSUCHT LEUCHTET
Was lässt Dich Leuchten?
Was in Dir will ans Licht?
Was ist Zufriedenheit für Dich?
Was ist Deine Sehnsucht?
Was gibt Dir Zuversicht und Halt?
