Wurzeln Fließen Leuchten

Wann hast Du das letzte Mal in den Himmel geschaut, die Wolken beobachtet? Bist mit Deinem Blick den im Wind tanzenden Blättern gefolgt? Hast die Bewegungen von Wasser im Fluss verfolgt? Dir erlaubt inne zu halten? Müdigkeit zuzulassen? Nichts zu tun?

Der Kraft und dem Verzauberungspotenzial, das in der Natur liegt widmet sich Julia Zeckau aus unterschiedlichen künstlerischen Perspektiven in ihrer aktuellen Ausstellung.

Vom 26. April bis zum 16. Juni 2024 können die Besucher*innen sich von Farben, Formen und Eindrücken inspirieren lassen und dabei neue Impulse für den nächsten Waldspaziergang mitnehmen.

Dabei legt die Künstlerin ihr Augenmerk oft auch auf Feinheiten, zarte Details, die beim schnellen Vorübergehen im Alltag oft ungesehen bleiben.

Wie die Natur sich selbst immer wieder neu erschafft, in einem Zusammenspiel von Schöpfung und Erschöpfung, Aufbruch und Rückzug, brauchen auch wir Menschen Zeiten zum Ausruhen, zum Kraft tanken. Einen Blick nach Innen, um dann wieder im Aussen wirken zu können.

 Die Ausstellung ist Einladung sich von der Natur berühren zu lassen und mit sich selbst in Kontakt zu kommen. In sich Hineinspüren können die Besucher*innen zum Beispiel auf der Installation Moosbett im Aussenbereich der vhs. Hier lädt eine weiche „Matratze“ aus Moos zu einem Moment der Stille und Entspannung ein. Ausprobieren ist ausdrücklich erwünscht!

Am Abend der Vernissage verwandelt sich ein Teil des Treppenhauses der vhs in rauschende Baumkronen oder einen Flusslauf.

In einer weiteren Videoinstallation glitzert einem diffuses Licht von der Wasseroberfläche entgegen. Andere Sequenzen spüren den mal wilden mal sanften Bewegungen von Flussläufen nach.

Im zweiten Treppenaufgang werden die Besucher*innen auf ihrem Weg von Leuchtkreisen in Acryl- und Aquarellfarben und goldenen Wurzelverzweigungen begleitet.

Auf den Fluren im ersten und zweiten Stock finden sich Naturfotografien und abstrakte Malerei, die Formen und Strukturen aus der Natur aufgreifen und neu „übersetzen“. Dabei arbeitet Julia Zeckau grossflächig fliessend, dann wieder kleiner, verspielter und figürlicher, etwa bei der Verschmelzung von Pflanzen, Wurzeln, Wasser mit Frauenfiguren. Oder der Neukomposition ihrer Arbeiten in grafische Formen. Zwischen den Exponaten Worte, Lyrisches.

Die Künstlerin erschafft mit verschiedenen Ausdrucksformen neue Räume.

Oben im Dachgeschoss befindet sich in einer der Vitrinen ein kleines magisches Elfenwäldchen für kleine Besucher*innen und alle, die sich gerne verzaubern lassen. Hier findet sich auch ein Eindruck der detailverliebten, gestalterischen Arbeiten, wie einer Patisserie, die von einer Krake betrieben wird. Bilder, die Kinderzimmer verschönern oder gut als Dekoration in eigene Spielewelten eingebaut werden können. Die kleine aufgebaute Elfenwelt zeigt, was alles mit den Schätzen aus dem Wald gestaltet werden kann, wie gut sich Waldfunde mit anderen Spielsachen kombinieren lassen. Sie lädt alle jüngeren Besucher*innen dazu ein, sich bald selbst mit der Familie auf Schatzsuche in der Natur zu begeben und sich die eigene Zauberwelt zu träumen und zu schaffen.